ArtOrt Schule 2016

Unter diesem Motto lädt die Sibylla-Merian-Gesamtschule in Bochum jährlich Künstler ein, um Schüler an die künstlerische Darstellung ihrer Alltagswahrnehmung heranzuführen.

Auch das Projekt "Begangene Geschichte" war Gegenstand der gemeinsamen Arbeit. 

Verlegung im Niedersächsischen Innenministerium 2015

Zum Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 2015  wurden drei Fotos auf dem Boden des Flures zum Sitzungszimmer des Innenministeriums dauerhaft verlegt.

Innenminister Boris Pistorius bei der offiziellen Übergabe.

Quelle: Martin Wüppen, Pressedienst des Innenministeriums

Schenkung an Forchtenberg. 2014.

Quelle: Hohenloher Zeitung
Quelle: Hohenloher Zeitung

Im Rathaus von Forchtenberg, im heutigen Ratssaal, wurde Sophie Scholl am 9. Mai 1921 geboren. Der Vater, Robert Scholl, war von 1920 bis 1929 Stadtschultheiß.

Im Rathaus verlebten die Geschwister Scholl, die Mitbegründer der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" ihre Kindheit.

Aus dieser Gruppe wurden 1943 sechs Menschen zum Tode verurteilt und hingerichtet, zusammen mit dem Freund Christoph Probst auch Hans und Sophie Scholl.

Aus der Hohenloher Zeitung:

Nur einen Quadratmeter misst sie und hebt sich farblich kaum vom Grau der Umgebung ab. Doch wer die neue Bodenplatte schräg vor der Sophie-Scholl-Büste im Foyer des Forchtenberger Rathauses entdeckt hat, wird stutzig: Es scheint sich ein Riss darin zu befinden.

Beide Reaktionen − anfängliches Übersehen und anschließendes Stutzen − sind vom Schöpfer Thomas Stüke erwünscht. Denn die vermeintliche Platte ist ein Kunstwerk: Es handelt sich um ein Foto, auf das der Künstler eine transparente Schutzfolie geklebt hat. Das Bild zeigt einen Fußbodenausschnitt in Originalgröße, dessen Besonderheit erst klar wird, wenn man den Aufnahmeort kennt: das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz II-Birkenau.

 Das Forchtenberger Werk, das Stüke der Stadt kostenlos zur Verfügung stellt, ist Teil des Konzepts "Vor Ort − Begangene Geschichte" des Osnabrücker Künstlers, der seit einigen Jahren seine Keramiken auf dem Sindringer Töpfermarkt ausstellt. Es besteht aus Fotos von Fußbodenausschnitten aus Gebäuden, die mit dem Faschismus in Verbindung stehen.

 Welche Idee steckt dahinter? "Es wird deutlich, wie dialektisch Fußböden sind: Sie sind das einzige architektonische Element, das wir berühren, aber wir nehmen sie kaum wahr", erklärt Stüke im Rathausfoyer bei der Vorstellung seines Werks. Stüke präsentiert weitere Fußboden-Fotos, die er etwa in Buchenwald, Sachsenhausen und Theresienstadt gemacht hat und sagt: "Diese Fußböden sehen genauso aus wie unsere alltäglichen." Und gerade dadurch gebe es zwei Bezugspunkte: den Naziterror, aber auch Rassismus und Ausgrenzung in der heutigen Zeit.

 25 Jahre lang hat Stüke die Idee für sein Konzept im Kopf gehabt, bis ihm die Digitalfotografie die Umsetzung ermöglichte. Den Anstoß hätten ab 2009 mehrere Besuche im früheren Konzentrationslager Bergen-Belsen gegeben, wo Stüke immer wieder einem Paar aus den USA begegnete. Die beiden älteren Menschen betrauerten vor dem Baracken-Fußboden still die Zeit, die sie einst im Lager verbracht hatten, und ihr Kind, das dabei gestorben war.

 Entscheidend beeinflusst hat den Künstler ein Besuch in der ehemaligen Hinrichtungsstätte der Nazis Plötzensee und im Haus der Wannseekonferenz, bei dem ihm der Kontrast zwischen dem Hochglanz-Parkettboden im Haus der Wannseekonferenz und der rissigen Betondecke in Plötzensee ins Auge fiel.

 Die 25 Besucher in Forchtenberg zeigen sich sehr interessiert und sparen nicht mit kritischen Fragen. Manche finden widersprüchlich, dass man Stükes Kunstwerke ausdrücklich betreten soll, während Böden im jüdischen Kontext als heilig gelten. Stüke dagegen verweist auf den oft unbefangenen Umgang junger Israelis mit dem Thema Holocaust und fragt: "Warum soll es nicht möglich sein, Fotografien zu begehen, wenn die Leute auch die Originalböden betreten?"

Von Frank Lutz

Ausstellung in der GS-Esterwegen. 2013.

Anlässlich des bundesweiten "Tages der Architektur 2013" werden 18 Bilder auf dem Gelände der Gedenkstätte und dem zentralen Ausstellungsgebäude gezeigt.

 

Eröffnung war am 30. Juni 2013. Dauer der Ausstellung bis zum 1.9.2013.

Nähere Informationen zur Gedenkstätte finden Sie hier

Den redaktionellen Artikel der Ems-Zeitung vom 2. Juli 2013 finden Sie hier.

Artikel Ems-Zeitung vom 2. Juli 2013
Artikel Ems-Zeitung vom 2. Juli 2013

Ausstellung in Osnabrück. 2012.

Die erste öffentliche Präsentation der Arbeiten fand am 18. November in Osnabrück statt. Näheres entnehmen Sie bitte der Einladungskarte.

 

Einen Bericht von NDR-Kultur, ausgestrahlt am 16. November 2012, können Sie hier nachhören.

Den Artikel des Evangelischen Pressedienstes, erschienen am 18. November 2012, können Sie hier nachlesen.